Bangladesch: Unterstützung eines Schulheims

(Fotos: Chittagong Hill Tracts, Moanoghar)

18. Februar 2020

 

Als zweites Hilfsprojekt haben wir uns als „Mitgefühl in Aktion e.V.“ für die Unterstützung einer Schule für arme Kinder in Moanoghar, Bangladesch, entschieden, die von einer gemeinnützigen Organisation vor Ort, in dem Dorf Rangamati, mithilfe von buddhistischen Mönchen durchgeführt wird. Unser Projektleiter schreibt dazu:

 

Nila ist ein 12-jähriges Mädchen, kommt aus Moanoghar und hatte den Traum, einst eine richtige Schule besuchen zu können. In ihrer Heimat in Bangladesch, jenem kleinen Land in Ostasien, das regelmäßig von großen Fluten und Überschwemmungen heimgesucht wird, kämpfen ca.165 Millionen Menschen zum Teil unter sehr großen Schwierigkeiten um ihr wirtschaftliches Überleben. 60 Millionen Kinder in Bangladesch, darunter Mädchen wie Nila, möchten lachen, spielen, lernen und viele Sachen so machen können, wie alle Kinder dieser Welt. 

 

Nila hat Glück, denn nach der Flucht aus den Kriegsgebieten der Region ist sie mit ihren Eltern in den Cittagong Hill Tracts gestrandet, einer Region im äußersten Südosten von Bangladesch. Die Eltern schlagen sich seitdem für die tägliche Nahrung mit Hilfsarbeiten und Ackerbau auf einem kleinen Stück Land durch. Die Familie ist sehr arm, sie haben 7 Kinder. Nila ist jedoch jetzt sehr glücklich, denn sie kann in Moanoghar zur Schule gehen. Zwei ihrer Geschwister sind noch auf der Warteliste für einen Schulplatz.

 

In Bangladesch können viele Kinder (ca. 6 Millionen) nicht zur Schule gehen. Nila kann. Sie hat wirklich Glück gehabt und sich riesig gefreut, als die Liste der neuen Schulkinder am Ende der Ferien in Moanoghar ausgehängt wurde.

 

Am ersten Schultag wurde Nilas Traum von der Schule endgültig wahr, neben dem Platz in der neuen Schulklasse gab es noch eine weitere riesige Überraschung: Erstmals ein eigenes, richtiges Bett, ein Tisch, ein Stuhl und ein Bücherregal gab es jeweils für Nila und die 80 weiteren Kinder.

 

Dazu muss man wissen: In Bangladesch gehen die Kinder sehr gerne zur Schule, sie fühlen sich sehr glücklich, wenn sie zur Schule gehen dürfen. Doch in vielen Schulen gibt es nur eine sehr einfache Ausstattung. Es fehlt oft an den wichtigsten Dingen. So fehlen z.B. Schulbänke. Die gibt es oft nur für die großen Schüler, während die meisten Kinder einfach auf dem Boden oder auf viel zu kleinen Bänken zusammenrücken müssen. Deshalb helfen Hilfsorganisationen, wie die Buddhist Global Relief (BGR) aus den USA und Mitgefühl in Aktion (MIA) aus Deutschland mit Spenden für das Möbiliar aufzukommen und den laufenden Lehrbetrieb zu sichern, denn die Fördergelder der staatlichen Schulbehörden reichen für den laufenden Schulbetrieb bei weitem nicht aus.

 

Die Schule in Moanoghar besteht bereits seit dem Ende des dortigen Bürgerkriegs im Jahr 1974. Damals haben buddhistische Mönche Hilfsgelder gesammelt und die „Friedensschule Moanoghar“ gegründet. Ziel war es von Anfang an besonders benachteiligten Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen. 

 

Heute besuchen 1250 Jungen und Mädchen die staatlich anerkannte Schule. Es gibt einen aktiven Elternrat und intensive Lehrerfortbildungen. Das ist sehr wichtig, denn häufig sind 50 und mehr Kinder in einem Klassenraum, eine Herausforderung für jeden Pädagogen. Der Schulbetrieb selbst ist nach dem Drei-Schichten-Betrieb organisiert, d.h. jeder Klassenraum wird dreimal täglich von verschiedenen Klassen genutzt.

 

Diese Schule leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum Frieden und zur Versöhnung in der Region. Die buddhistischen Mönche,  die 1974 die Schule gegründet haben, achten auch heute noch auf ein friedliches und religions- bzw. konfessionstolerantes Verhalten an der Schule. Für die Mädchen aus sehr abgelegenen Regionen, gibt es das Angebot der Unterbringung in acht Internaten, eine in Bangladesch durchaus übliche Einrichtung für Schulkinder. Hier lernen die Mädchen auch mit den teilweise sehr unterschiedlichsten Hintergründen umzugehen.

 

Die Gesellschaften aus denen diese Kinder kommen sind stark von Männern dominiert, weshalb der der Förderung von Mädchen und Frauen hier eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Weil es in Bangladesch meistens Mädchen sind, die die Schule vorzeitig abbrechen (müssen), wird den Schülerinnen in Moanoghar besondere Aufmerksamkeit und Betreuung gewidmet, um ihnen durch eine Ausbildung eine sicherere Zukunft zu ermöglichen.  

 

Neben der Grund- und Mittelschule hat Moanoghar drei weitere wichtige Standbeine: 

Im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe wurde eine Bäckerei eingerichtet, die zur Eigenfinanzierung des Projektes beiträgt. Ferner wurden 45.000 Kaffeesträucher und Büsche als Erosionsschutz von Eltern und Lehrern gepflanzt. Außerdem werden die Schüler*innen mit Grundfertigkeiten unterschiedlicher Handwerke vertraut gemacht: Schneidern, Zimmern und Nahrungsmittelverarbeitung. Moanoghar ist eine außergewöhnliche Lehreinrichtung, denn hier wird neben der schulischen Bildung auch konkrete Friedens- und Versöhnungsarbeit geleistet. 

 

Die Schule in Moanoghar arbeitet seit 10 Jahren erfolgreich mit unserer Partnerorganisation, BGR, zusammen. Zuletzt konnte durch die BGR der Neubau eines Schlafsaals mit 10.000 US$ finanziert werden. Mit IHRER Spende helfen Sie, dass Kinder aus ärmeren Familien in Bangladesch eine gesicherte Zukunft durch Schulbildung in einem Schulheim in Moanoghar erhalten. Bitte nutzen Sie unser Spendenkonto für einmalige Überweisungen und das Spendenformular für regelmäßige Spenden. Wir bedanken uns im Namen des Projekts für Ihre großzügige Unterstützung.

 

*Namen aus Datenschutzgründen geändert. Text: Karl Wirtz /Red. RH