Kamerun: Unterstützung von Witwen und alleinerziehenden Frauen durch Ausbildung

aktualisiert am 6.4.2021

 

Gemeinsam mit der Buddhist Global Relief und unseren Partnern von CCREAD Cameroon vor Ort fördern wir auch dieses Jahr wieder die Ausbildung von Witwen und alleinerziehenden Frauen in Kamerun.

 

CCREAD ist eine gemeinnützig Organisation, die sich für die Beseitigung extremer Armut und Hunger einsetzt, indem sie vor Ort Programme zur Förderung der Allgemeinen Bildung, Inklusion und Gleichstellung der Geschlechter im Rahmen ökologischer Nachhaltigkeit anbietet. Insbesondere ausgegrenzte und benachteiligte Frauen und Mädchen sollen durch Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Stärkung der Gemeinschaft unterstützt werden.

 

Viele Frauen sind von sexueller und häuslicher Gewalt betroffen; erleiden Traumata durch kulturelle Praktiken wie Beschneidungen, Brustbügeln; werden früh verheiratet, schnell schwanger und nach wenigen Jahren von den Männern wieder verlassen und sind dann auf sich gestellt, weil sie nicht zurück zu ihrer Familie können. Ungewollt schwanger werden sie verstossen. Um überleben zu können, greifen sie zurück auf illegalen Sexhandel. Auch verfügen viele der Mädchen und Frauen über keine  abgeschlossene Schulbildung.

 

Nur durch den Erwerb beruflicher Fähigkeiten können sie die Armut überwinden. Das Projekt schützt sie vor weiterer Ausgrenzung, indem ihnen Fähigkeiten vermittelt werden, die ihnen die Eingliederung in die Gesellschaft erleichtern sowie den Einstieg in das Arbeitsleben.

 

Unser erstes gemeinsames Projekt fördert die Berufsausbildung verarmter, ausgegrenzter Witwen und alleinerziehende Mütter sowie Mädchen und Jugendliche vor Ort in Bolifamba, einer Gemeinde im Südwesten Kameruns. 98 Prozent der Einwohner sind Bauern und mehr als 85 Prozent der Haushalte leben von Einkommen unterhalb der UN-Armutsgrenze. Sie haben kaum 1 Dollar pro Tag zum Leben.

 

Durch unsere Spenden wurde der Bau eines Schulungszentrums mitfinanziert, wo jährlich mittlerweile 300 Frauen und Mädchen ausgebildet werden können. Sie erhalten eine kostenlose Berufsausbildung in unterschiedlichen Bereichen: Schneiderei, Design, Friseurhandwerk, Schönheitspflege, Weberei und Agrofoot-Verarbeitung. Die Ausbildung dauert in der Regel mindestens sechs Monate und umfasst auch das Lesen- und Schreibenlernen. Im Anschluss erhalten die Teilnehmerinnen einen Abschluss sowie ein Startkapital und alle weiteren notwendigen Unterstützungen, um ihr eigenes Kleinunternehmen gründen zu können. 

 

Ochono Mbi ist eine alleinerziehende Mutter aus Bolifamba. Sie hatte Schwierigkeiten, sich und ihr Kind zu ernähren, bevor sie an dem Schneiderprogramm von CCREAD teilnahm. Wie viele andere ausgegrenzte Frauen erhielt sie durch diese Ausbildung erstmalig die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. „Heute“, so sagt sie, „habe ich eine Berufsausbildung. Ich kann meine eigene Nähwerkstatt gründen und somit endlich meinen Lebensunterhalt für mich und mein Kind verdienen und hoffentlich bald andere Frauen ausbilden.“

 

Celine Ngang, eine Absolventin des Schneiderei-Programms sagt: „Für mich ist dieser Ort ein Ort, der uns lehrt, wie man Fische fängt und nicht, wie man uns Fische gibt.“

 

Dieses Feedback ist wunderbar und zeigt die Nachhaltigkeit, wie wichtig es ist, Fähigkeiten vermittelt zu bekommen, von denen man ein Leben lang profitiert und sie weiter geben kann an die Kinder. 

 

Damit viele, viele weitere Frauen und Mädchen diese Unterstützung erhalten können, benötigen sie Ihre Unterstützung! Wir freuen uns über jede Spende, die wir weitergeben können.

 

Mit Hilfe unserer diesjährigen Zuwendung war es möglich, die restlichen Arbeiten an einer Solaranlage fertig zu stellen zur kostengünstigen Stromversorgung. Auch der Bau eines natürlichen Bohrlochs zur Gewinnung von kostenlosem Trinkwasser konnte mitfinanziert werden. Nun verbleibt mehr Zeit für die Ausbildung, da nicht mehr von weit her Trinkwasser geholt werden muss. Weiterhin konnten Schulungsmaterialien sowie weitere, dringend benötigte Stühle angeschafft werden.

 

Text: Susanne Goemann, Projektbeauftragte für MiA, Kamerun